Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Koch hatte alle Wächtersbacher eingeladen, sich über den aktuellen Stand der Planungen der Stadt und der Firma Constantia-Forst zu informieren. Erster Stadtrat Andreas Weiher berichtete zunächst vom derzeitigen Stand der Windkraft-Projekte. Unterstützt wurde er von Diplom-Ingenieur Norbert Bischoff sowie von Mitarbeitern der Firmen Abowind und Enertec. Letztere plant für Constantia-Forst 12 Windräder an der Gründauer Gemarkungsgrenze. Erster Stadtrat Weiher skizzierte zunächst das Für und Wider der Windkraft. Als Ergebnis seiner Ausführungen stellt er fest, dass die Windkraft zweifelsfrei sinnvoll und die derzeit effektivste Form der Energiegewinnung ist.

buergervers-26-6-12

Das aktuelle Projekt der Stadt Wächtersbach hat mit der Auswahl der drei Standorte für die Windkraftanlagen unter Berücksichtigung aller vorgeschriebenen Prüfungskriterien bereits sieben Planungsstufen durchlaufen und ist derzeit in der Planungsstufe der Offenlegung. Der Flächennutzungsplan soll geändert werden, dies ist bereits beantragt. Die Rathausspitze hofft, dass bis zum Herbst die Genehmigung des Regierungspräsidenten vorliegt. Frau Anne Keggenhoff von der Firma ABO Wind dazu: ,,Aus heutiger Sicht ist eine Inbetriebnahme der Anlagen Ende 2013 realistisch". Zwei Windkraftanlagen sollen in Wittgenborn östlich der Rennstrecke, vier Windräder auf dem Bergrücken zwischen Neudorf und Weilers und zwei Anlagen am Aufenauer Berg errichtet werden.
Die Windkraft ist auch für die Stadtkasse Wächtersbach interessant. Die Stadt wird pro Windrad jährlich zirka 30.000 Euro für die Überlassung und Nutzung der Flächen einnehmen. Andreas Weiher dazu: „Das ist ein gewaltiges Argument neben dem besonderen Umweltaspekt für die Windkraft in Wächtersbach". Das eingenommene Geld soll für Vorhaben wie die Finanzierung von Radwegen, die Kinzigbrücke Neudorf/Aufenau, die Umleitung der Zufahrt MSC Wittgenborn, den Leitungsbau von Breitbandkabeln und Kindergarten-Projekte sowie zur Haushaltskonsolidierung verwendet werden. Alle diese genannten Vorhaben sind aufgrund der derzeitigen Haushaltslage ohne diese Einnahmen nicht machbar.

Christoph Eckert von der Firma Renertec nutzte ebenfalls die Möglichkeit, Auskünfte zum Stand des Projektes an den ‚Vier Fichten' zu geben. Dort sollen fünf Windkraftanlagen auf der Gründauer Gemarkung und sieben auf Wächtersbacher Boden realisiert werden. Der Strom der durch die Windräder erzeugt wird, soll durchschnittlich 72.000 Haushalte versorgen können, so Christoph Eckert.

Für die im Wald gelegenen Nutzungsflächen, die zirka 1700 Meter entfernt von der Wächtersbacher Innenstadt liegen, ist pro Windkraftanlage die Rodung einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern notwendig. Eckert machte ebenfalls deutlich, dass die so verlorenen Waldflächen durch in unmittelbarer Nähe liegende neu aufgeforstete Flächen ersetzt werden müssen. Dabei werden in der Regel Fichten-Monokulturen durch Mischwald ersetzt.

Erster Stadtrat Weiher ging am Ende seiner Ausführungen, nochmals auf eine mögliche Bürgerbeteiligung in Form einer „regionalen Genossenschaft" ein. Die Genossenschaft soll im Jahre 2013 gegründet werden.

Joomla templates by a4joomla, adapted by Rolf Dautrich